Rating Basel III

Ab 2005 wurde der Großteil des deutschen Mittelstandes in Bankgesprächen mit zwei neuen Schlagwörtern konfrontiert: Rating und Basel II.

Die Einführung neuer Eigenkapitalvorschriften für die Banken führte damals dazu, dass sich in den Banken die Systematik der Kreditvergabe grundlegend veränderte. Das Vertrauen in die Unternehmerperson rückte in den Hintergrund. Auch die Stellung von Kreditsicherheiten für Finanzierungen bekam eine eher untergeordnete Rolle. Das bankeninterne Rating mit der sich daraus ergebenden individuellen Bonitätseinstufung des Unternehmens, entwickelte sich zum Dreh- und Angelpunkt bei der Kreditvergabe.  Glücklicherweise haben die Banken sehr schnell erkannt, dass die Bekanntgabe der Ratingnote gegenüber dem Unternehmer unabdingbar ist. Seither ist ein gemeinsam gelebter Ratingprozess zwischen dem Unternehmen und der Bank zu erkennen.

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Das Ziel des Ratingverfahrens hat sich seither aber nicht verändert: Das Bankenrating will auf der Grundlage von gewichteten Einzelergebnissen Ihre Bonitätseinstufung ableiten. Es geht also um den Versuch, Ihre künftige Zahlungsfähigkeit als Kreditnehmer einzuschätzen.  Ein möglichst hohe Eigenkapitalquote, gute und nachhaltige Gewinne sowie eine solide Liquidität sind Faktoren, die Ihr Rating positiv beeinflussen.  Neben diesen harten Faktoren gibt es eine Reihe von weichen Faktoren, die das Ratingergebnis beeinflussen. Im Rating werden grundsätzlich Ihr Management, die Qualität Ihres Controllings, Ihre Abhängigkeit zu Kunden und Lieferanten, Ihr Debitorenmanagement sowie eine frühzeitig geregelte Unternehmensnachfolge bewertet.  In diesen „Soft Facts“ liegt eine große Chance für das Rating für Ihr Unternehmen. Denn Sie können als Unternehmen selbst Einfluss auf die Bewertungskriterien nehmen und somit Ihr Ratingergebnis positiv beeinflussen.

Nun wurde Ende 2010 unter dem Begriff Basel III ein Reformpaket für die bereits bestehende Bankenregulierung Basel II verabschiedet. Basel III ist als Reaktion auf die Finanz- bzw. Wirtschaftskrise ab 2007 zu sehen. In dieser Krise wurden die Schwächen der bisherigen Bankenregulierung offen gelegt.  Basel III setzt sowohl bei der Eigenkapitalbasis wie auch bei den Liquiditätsvorschriften für die Banken an. Die Finanzkrise hat gezeigt, dass das globale Bankensystem zu wenig Eigenkapital besitzt. Die Einführung einer Verschuldungsgrenze soll den Bankensektor vor einer übermäßigen Verschuldung bewahren und somit die Stabilität im Bankensystem gewährleisten. Im Kern der Reform steht das Ziel einer Balance zwischen einem stabileren Finanzsystem und der Vermeidung einer Kreditverknappung.

Derzeit kann man in der Presse eine interessante Diskussion verfolgen: Viele kleinere Banken fürchten im Zuge von Basel III deutlich mehr Bürokratie. Sie wollen vermeiden, dass ihnen die neuen Kapitalregeln und damit auch dem deutschen Mittelstand die Luft abschnüren.  Es wird befürchtet, dass die EU-Kommission Basel III per Verordnung der Europäischen Union einführt. Basel II wurde noch als Richtlinie eingeführt, die national umgesetzt werden konnte und somit einen gewissen Spielraum bei der Umsetzung geboten hatte.  Wenn selbst kleinere, ausschließlich regional tätige Institute wie die Volks- und Raiffeisenbanken und die Sparkassen die Verordnung Basel III umsetzen müssen, ist zu erwarten, dass sich die Kreditvergabe einerseits verteuern und andererseits erschweren wird. Die Banken werden die ihnen auferlegten höheren Kosten für bürokratische Auflagen an ihre Kunden in Form von höheren Zinsen weitergeben. Daneben ist zu erwarten, dass bei der Vergabe von Krediten noch mehr auf das Risiko, sprich das Rating geachtet wird. Die Folge wird sein, dass Banken in ihrer Kreditvergabepolitik noch restriktiver werden.

Dies bedeutet für die Unternehmen und den Mittelstand, dass die Anforderungen an Unterlagen, Businesspläne, Planungen und Konzepte weiter steigen. Ein mittelständisches Unternehmen kann dies in der Regel aus eigener Kraft nicht schultern und ist daher auf externe professionelle Hilfe angewiesen. Für die Unternehmen ist es wichtig, frühzeitig und auch in guten Zeiten entsprechende Themen ggf. mit Unterstützung durch Berater anzugehen. Auch die Eigenkapitalbasis lässt sich durch staatliche Eigenkapitalprogramme verbessern. Dies führt zu besseren Rating Ergebnissen und Zinsersparnissen.

Es gilt, sich frühzeitig und in guten Zeiten auf zukünftige Krisen durch professionelle Beratung vorzubereiten. Denn eines ist sicher: Zukünftige Krisen werden sich nicht mehr lange im Voraus ankündigen, sondern quasi „über Nacht“ kommen. Wer vorbereitet und flexibel ist, gehört zu den Gewinnern und kann sich Wettbewerbsvorteile sichern. MWB Wirtschaftsberatung aus Heilbronn unterstützt und begleitet Sie bei Basel III-Anforderungen und Ihrem Rating professionell.

Was hat sich aktuell verändert von Basel II auf Basel III? Wo Basel II nicht genug war, soll Basel III besser vorsorgen.
Die Finanzkrise war allen Beteiligten eine Lehre. Die Herausforderung ist, derartige Sitationen künftig zu vermeiden. Dieses Risiko soll nun Basel III stemmen. Die großen Nationen haben dabei gemeinsam neue Auflagen für die Banken aufgelegt. In Zukunft sollen Kreditinstitute eine sichere Eigenkapitalquote aufweisen, die das Risiko in Krisensituationen minimiert.

Veränderung durch Basel III

Quelle: eigene Darstellung MWB Wirtschaftsberatung Heilbronn

 

Antizyklischer Kapitalpuffer
Banken sollen in guten Zeiten vermehrt Kapitalrücklagen bilden, um schlechte Zeiten ausgleichen zu können.

Kapitalerhaltungspuffer
Er verhindert, dass im Krisenfall das vorhandene Kapital zu schnell aufgezehrt wird. Beschränkungen von Dividendenzahlungen können die Folge sein.

Bankenaufsichtsrechtliche Insolvenz
Nach Basel III müssen Banken für jeden Kredit 8 % Eigenkapital hinterlegen. Die Bankenaufsicht reagiert, sobald dieser Wert unterschritten wird.

Ergänzungskapital
Weitere Rücklagen durch Genussrechte und langfristige nachrangige Verbindlichkeiten

Weiches Kernkapital
Stille Einlagen oder eigene Schuldverschreibungen (sogenannte hybride Instrumente)

Hartes Kernkapital
Besteht aus einbezahltem Kapital wie z.B. Stammkapital, Kapitalrücklagen, Gewinnrücklagen, eigene Aktien im Bestand. In Krisenzeiten besonders wichtig zur Stabilisierung der Banken.

Sie überlegen sich, welche Auswirkungen das für Ihre Firma hat? Sie würden gerne ihr gut funktionierendes Unternehmen bereits jetzt auf die Auswirkungen von Basel III vorbereiten? Kontaktieren Sie uns für einen Termin.

Ihr Team der MWB Wirtschaftsberatung in Heilbronn

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